Die Reihe der über 20 Postings, die dem Blockrandbebauung gewidmet sind, kommt zu ihrem Ende. Hier sollen die formidablen Fassaden der Pariser Boulevards – unter dem Fokus «Haussmann» und «Boulevard» – beleuchtet werden. Da wir in Zürich zur Zeit von höheren Dichten sprechen, muss die Fassade der «Haussmannienne» ins Spiel kommen. Es ist mit einer Ladenfront im Erdgeschoss eine urbanere Form als z.B. in Fluntern, Wiedikon oder Hottingen.
Das Fassadenfest am Boulevard mit seinen Alleen wurde 1853 konzipiert: Der zweistöckige Sockel spricht mit der breiten Strasse. Darüber beginnt im zweiten Stock mit dem durchsausenden Balkon (Balcon filant) das Wohnen. Vor dem Rücksprung des Attika saust es wieder. Dazwischen Einzelbalkone und überall geschosshohe «French Windows». Das Muster ist gegeben, doch die Ausführung ist individuell, datiert und vom Architekten in Stein gemeisselt unterschrieben. Würde, Stolz und Qualität wurde eingefordert und auch geliefert.
Die bauliche Umsetzung dieser theoretischen Prinzipien treibt schöne und heitere Blüten: Vom Bistro an der Ecke bis zum Spektakel im ganzen Raum des Boulevard. Dann gehen bis oben alle French Windows auf. Monet hat es am «Quatorze Juillet» gemalt. Wir sollen nicht kopieren, doch kann es nicht schaden, uns für die bevorstehende Verdichtungsstufe zu inspirieren: Bausubstanz und Leben im Gleichschritt.