Langsam wird es klar, dass Familien nicht in Silos aufgestapelt werden wollen, dass die Wohnquadratmeter im Inneren allein nicht genügen und dass Wohnen ein Zusammenhang von Innen und Aussen ist. Es beginnt im Quartier, geht in die Nachbarschaft über und dann vom Wohnumfeld zur eigentlichen Wohnung. Das ist ein Kontinuum, das selbst in jedem Elendsquartier dieser Welt gegeben ist. Künstlich und entfremdet wird das Leben erst, wenn es durch die Höhe zerrissen wird. Eine ganze Zivilisation kann durch falsch angewendete Verdichtungsforderung eingelullt werden und diesen Nebel als schicksalshaft hinnehmen. Diese Spirale nach unten in eine tiefe Zivilisationsstufe ist durch die Abstimmungsmehrheit von 63.5 % gebrochen worden – ein schönes Zeichen für die Vitalität der Bevölkerung. Wir lassen uns diese Verdichtungsmär nicht mehr erzählen. Wir wissen jetzt, dass lebenswertes Stadtgewebe genau so dicht, sogar noch dichter sein kann als isoliert dastehende Wohntürme.
Klar geworden sind auch die Kräfte, die uns immer in ungünstige Richtungen, weg vom guten Leben, zwingen wollten. Das ist nicht nur ein Teil des Stadtrats von Zürich (hauptsächlich Alt-Stadtrat Odermatt), und das hat sich erst spät gezeigt: auch die BSA-Architekten, die sich fast alle für Silowohnen in Familienquartieren einsetzten. Es ist schwer zu ertragen, dass Architekten nicht unsere Freunde in der Gestaltung des Lebensraums sind.
Wir haben durch die Abstimmung einen allgemein verbreiteten Grundstock von Erkenntnis durchgesetzt, was gutes Leben in Wohnquartieren ausmacht.