Am 25. Februar verabschiedete der Gemeinderat die neuen Hochhausrichtlinien. Wir erinnern uns – «zuerivitruv» berichtete hier am 2. März – dass eine Mehrheit die unsinnigen Quadratkilometer von zusätzlichen Hochhausgebieten in Zürichs Nordquartieren und in Zürich Südwest gestrichen hatte (orange im Plan). Dieses erfreuliche Resultat bekämpfen die Parteien FDP, GLP und (unerklärlicherweise) die sonst eher humanistisch gesinnte Mitte. Dazu kommt jetzt noch, dass (inzwischen Ex-) Stadtrat André Odermatt an seiner letzten Sitzung Rache geübt hat und seine eigene, vor Hochhäusern überbordende, Vorlage ebenfalls zur Abstimmung bringen will. Es stört ihn nicht, damit die Legislative zu desavouieren.
Während seiner Bearbeitung der neuen Hochhausrichtlinien zwischen 2019-26 hatte Odermatt nie Musikgehör für die Argumente gegen eine Ausweitung der 2001 von seinen Vorgängern viel zu gross angelegten Hochhausgebiete, die sich über das halbe Stadtgebiet ausbreiten und deshalb bis heute das ziemlich hässliche «Hochhaus-Stoppelfeld» hervorgebracht haben. Das fehlende Gehör gründet auch auf mangelnde Vorstudien, die sich nie um soziologische Bedenken gegenüber dem Wohnen im Hochhaus gekümmert hat.
Der Schaden dieser beiden politischen Manöver ist für die Bevölkerung schwerwiegend. Einerseits ist jede weitere Hochhausproduktion für Familien mit Kindern absolut unerwünscht. Anderseits ist praktisch nur in diesen Aussenquartieren und nur in Normalbauweise bezahlbares Wohnen für Familien mit Kindern vorstellbar.
Dass diese Sturheit im Stadtrat jetzt noch in diesen Racheschritt gemündet hat, zeugt von schlechtem politischem Stil. Die Folge davon ist, dass wir im September über zwei ähnliche, aber nicht identische Vorlagen abstimmen müssen.