Wie im letzten Posting festgestellt, ist Infrastruktur um 1900 in Paris Teil der gestalteten Stadt geworden. Wir gehen nach den städtebaulichen Betrachtungen in diesem Posting in die Details. Der Ort ist – obwohl «technoarchitektonisch» – populär und dient z.B. als markante Silhouette für Hochzeiten. Nachts kommen die Art Deco-Pendelleuchten, die sich mit den Stützen des Viadukts abwechseln, stadtweit zur Geltung. In Brückenmitte, wo die schmale Île de Cygne durchläuft, erhebt sich auf einem geräumigen Aussichtspodest die Statue einer kriegserzürnten Reiterin. Heute ein Foto & Selfiepoint. Ein Architekt und ein Ingenieur haben zusammengewirkt und den Ort dramatisch gemacht (am Bahnhof Stadelhofen war es Santiago Calatrava).
Die die Seine flankierenden Stationsbauten Bir-Hakeim (süd) und «Passy» (nord) stehen auf griechischen Säulen mit Kapitellen, die in Eisen gegossen sind. Die Gehäuse sind in Backstein aufgemauert. Das Schwarz-Weiss-Bild zeigt auf der Seite von Passy mit «Aux 8 Nagas» das im Eckturm des grossen Immeuble eingebaute Restaurant.
Wie schon fast üblich, kommt jetzt wieder ein Link zu unserer Stadt Zürich: Wenn Städtebau fehlt, gibt es nur den Weg in die Paragraphen, was in Zürich zwar vor allem von Mitte-Rechts beklagt wird. Doch der Schritt in einen initiativen, oder sogar innovativen Städtebau ist von dort her noch nie unterstützt worden. Die Entwicklungsvorstellung «Stadtraum Bahnhof 2050» ist seitens der Stadt die grosse Ausnahme, die die Regel bestätigt. Dürfen wir in der neuen Legislatur 2026-30 auf einen Aufbruch in die aktive Stadtgestaltung hoffen?