Mit dem Bilderstreit der Abstimmungsunterlagen kommen berechtigte Zweifel auf. Wir wollen zwar den delikaten Prozess der Selbstfindung der Behörde nicht stören, doch gleichzeitig das Signal geben, dass an die neue Legislatur in städtebaulicher Sicht viel höhere Erwartungen gestellt werden als sie in der Praxis der diesbezüglich enttäuschenden vier Legislaturen zwischen 2010 und 2026 erfüllt wurden.
Zum einen wurde das unfaire Kukuksei von André Odermatt nicht zurückgenommen: Trotz der Ablehnung von zusätzlichen Hochhausgebieten (Quadtratkilometer!) durch den Gemeinderat – der Legislative – hat Odermatt als schlechter Verlierer durchgesetzt seine Variante vor der gemeinderätlichen Korrektur in seiner letzten Sitzung vor seinem Abgang am 27. September zur Abstimmung zu bringen. Zum anderen mussten wir aus der Presse entnehmen (Tages-Anzeiger vom 2. Juli 2026), dass der neue Stadtrat den Gegnern ihre Grafik für das Abstimmungsbüchlein verboten hat.
Es geht in der Abstimmung um ganze Quadratkilometer von neuen Hochhausgebieten in den Aussenquartieren – genau dort – wo bezahlbares Wohnen in Zürich überhaupt noch denkbar ist. Hochhauswohnen ist wegen der Bauform 20-40% teurer und schadet dem Aufwachsen der Kinder. Wir nehmen nicht an, dass die Stadt Zürich ihre hartherzige Baupolitik der letzten Jahrzehnte fortsetzen will und hoffen auf Gehör.