«zuerivitruv» geht auf das vorletzte Posting zurück, das den Konradhof des Richti-Areals thematisierte. Der Grund: Eine ausserordentliche Qualität des Gebäudesockels am Innenhof, die zu diesem speziellen Posting führt. Dazu die Bemerkung, dass im Schweizerischen Wohnungsmarkt, der fast immer ein Anbietermarkt war, die Erdgeschosssituation stets und landesweit unter die Räder gekommen ist. Das Erdgeschoss liegt im Unterschied zu den oberen Geschossen direkt am Aussenraum. Trotzdem finden wir im ganzen Land Balkongeländer statt Gartensitzplätze. «zuerivitruv» fragt sich schon Jahrzehnte, warum «die Mieternation Schweiz» diesen Schritt in der Zivilisierung des Wohnens nie vollbracht hat.
Eine Nachfrage bei den Baukontor Architekten Zürich hat ergeben, dass die Erdgeschosswohnungen einen direkt zugänglichen Gartensitzplatz haben. Dieser ist mit Büschen sorgfältig gegenüber dem grossen gemeinschaftlichen Hofgrün abgegrenzt. Dem Umstand, dass Gartensitzplätze lärmiger sein können, als die übereinanderliegenden Balkone, wird hier mit der Anordnung von Garten-Maisonettewohnungen begegnet: Der Mieter lebt selbst über dem Gartensitzplatz und nicht ein betroffener Nachbar.
Das ist die geschickte Bewältigung der «Soziologie des Wohnens», die für Familien und Kinder über Jahrzehnte Werte schafft und über Glück oder Spannungen zwischen den Nachbarn entscheidet.